Grabenlose Verlegung

Im innerstädtischen Bereich und bei der Unterdükerung von Flüssen sind grabenlose Bauweisen bei der Erneuerung von Druckrohrleitungen nicht mehr wegzudenken.

Die Anwendung hat eine deutlich steigende Tendenz, weil sie gegenüber der offenen Bauweise sehr viel wirtschaftlicher ist und die Umweltbelastung erheblich reduziert.

Aufgrund ihrer hohen Belastbarkeit eignen sich duktile Gussrohre mit der längskraftschlüssigen BLS®-Verbindung besonders gut für die grabenlose Rohrverlegung.

Press-Zieh-Verfahren

Bei diesem Verfahren wird das alte Rohr mittels Zuggestänge und speziellem Zug- bzw. Presskopf aus dem Erdreich herausgepresst, während im gleichen Vorgang das neue duktile Gussrohr mit BLS®-Steckmuffen-Verbindung und Zementmörtel-Umhüllung trassengleich eingezogen wird.

Hierbei ist auch eine Nennweitenvergrößerung möglich. Das trassengleiche Press-Zieh-Verfahren zeichnet sich durch hohe Effizienz, Schnelligkeit, Zuverlässigkeit und daher große Wirtschaftlichkeit aus.

Im Rohrleitungsbau hat sie sich als grabenlose Verlegungstechnik etabliert. Die Bohrtechnik hat dabei eine rasante Entwicklung erfahren. Die Verlegung der Rohre erfolgt grabenlos durch den Einsatz eines Bohrsystems.

Statt aufwändiger Erdbewegungen wird zunächst eine Pilotbohrung berechnet und durchgeführt, wobei Hindernisse und Richtungsänderungen keine Rolle spielen, da die Bohrkopfspitze mit einer funkgesteuerten Sonde ausgestattet ist. So kann der Bohrvorlauf exakt verfolgt, kontrolliert und gesteuert werden.

Im Anschluss erfolgt das grabenlose Verlegen der Versorgungsleitungen. Ausgehoben werden bei diesem Verfahren lediglich eine Start- und eine Zielgrube.

Die gesteuerte Horizontalbohrtechnik hat sich in den vergangenen 15 Jahren im Leitungsbau und in vielen anderen Bereichen einen festen Platz erobert. Sie stammt aus den USA und ist dort in den siebziger Jahren im Bereich der Tiefbohrtechnik entwickelt worden.

Durch die Zugkraft der Seilwinde verdrängt das Pflugschwert nun mit dem Aufweitkörper das Erdreich im Bereich der Leitungszone. Dadurch wird ein Hohlraum erzeugt, in den die Rohrleitung unmittelbar eingezogen wird.

Das Pflugverfahren ist besonders für ländliche Gebiete mit geringer Einwohnerdichte geeignet, wo große Rohrleitungslängen mit wenigen Anschlüssen erforderlich sind. Mit diesem Verfahren werden bis jetzt ausschließlich Druckleitungen eingebaut.

Langrohrrelining

Vor diesem Hintergrund hat das Langrohrrelining an Relevanz gewonnen, denn durch die geringeren Wassermengen können nun kleinere Rohrdurchmesser zum Einsatz kommen. Und genau diesen Umstand macht sich das Langrohrrelining zu Nutze.

Hierbei werden neue duktile Gussrohre in vorhandene, nicht mehr für den Wassertransport geeignete, Rohre eingezogen oder eingeschoben. Es wird lediglich eine Start- und Zielgrube benötigt. Entsprechend gering sind die Aufwendungen für Tief- und Straßenbau und die Beeinträchtigungen für Verkehr und Anlieger. Der Hohlraum zwischen Alt- und Neurohr kann nach erfolgter Verlegung verdämmt werden.

 

Siehe auch unsere Broschüre "Grabenlos"

und unser Handbuch "grabenlose Einbauverfahren" [13,5 MB]